Lieber Betrachter dieser Seite, schön, das Sie sich für Ungarn interessieren. Wie bekannt, hat eine ultrakonservative Partei eine 2/3-Mehrheit errungen mit verheerenden Folgen für dieses Land und Europa. Weil nicht zu erwarten ist, das die ungarische Regierung die Ketten, die sie einer freiheitlichen Demokratie angelegt hat, schnell wieder ablegt, stellen wir bis auf weiteres unser Angebot ein.

Wir haben dieses wunderschöne Land und seine liebenswerten Menschen seit über 30 Jahren kennen und lieben gelernt und gerne dorthin seit über 20 Jahren Reisen vermittelt. Wir haben die politische Entwicklung seit der letzten Wahl aufmerksam beobachtet. Das ist Volkeswille und zu respektieren. Seitdem wurde die Pressefreiheit drastisch eingeschränkt. Selbst bei den Direktoren der Museen geschweige denn anderen Orts wurde umgehend das Personal mit linientreuen Parteigängern der "Fidesz" ausgewechselt. Auch im EU-Bereich hat das Parlament unter Herrn Orban entgegen den Grundsätzen einer EU-/EZB-Finanzpolitik entschieden.

Nun aber ist das Faß übergelaufen. In einer "Nacht- und Nebelaktion" in Form einer kurzfristig anberaumten Sitzung wurde mit Wirkung vom 01.01.2012 de Fakto ein Gesetz zur Abschaffung Ungarns als Republik beschlossen. So sollen z.B. im zivilisierten Europa selbstverständliche Rechte von Minderheiten mit Füssen getreten werden, um nur ein Beispiel zu nennen. Sie sollen nur noch "geduldet" werden.

Ungarn war einst der Vorreiter zur Liberalisierung in einer kommunistischen Welt. Die Maßnahmen 1989 zur Öffnung des Eisernen Vorhangs sind uns unvergessen. Nun geht es wohl mit Riesenschritten ins Mittelalter zurück, zurück dahin, wo der rechtsstaat an die Kette gelegt wird. .

Uns erfüllt mit Trauer und Abscheu, wohin dieser Staat in so kurzer Zeit gekommen ist.

Das alles können wir nicht mehr mit unserer Auffassung eines freiheitlich demokratischen europäischen Staats vereinbaren.

Wir bedauern daher, bis auf weiteres in Zukunft keine Reisen mehr nach Ungarn zu vermitteln, es sei denn auf ausdrücklichen Wunsch.

Die Finanzmärkte haben Ungarn bereits abgeschrieben- die übrige Welt wohl leider auch bald.

Wir sind gespannt, wie Herr Orban der 3-fachen Klage der EU-Kommission begegnen will. Die ungarische Regierung ist darin angeklagt, das sie die Unabhängigkeit der ungarischen Notenbank, der ungarischen Justiz und der ungarischen Datenschutzbehörde massiv beinträchtigt.

 

Zum Thema: "Ungarns Schande ist auch unsere eigene", Deutschlandradio v. 07.01.2012

hören:nhttp://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/01/07/dlf_20120107_1325_30870d6e.mp3

lesen: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/themenderwoche/1646889/

 

Ungarn- und Osteuropareisen, Reisebüro am Hellkamp GmbH

Hellkamp 17, 20255 Hamburg

Gf. Günther Neumann